Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


http://myblog.de/rindenmulch-u-sauerampfer

Gratis bloggen bei
myblog.de





Rindenmulch und Sauerampfer

Nun bin ich hier... also da... also in meiner neuen Hütte! Ok, es ist ein Haus, ein kleines, aber immerhin, ein Haus.

 

Die Ankunft war wenig spektakulär. Herr Steting setzte mich an der großen Kurve, der großen Straße, die nicht zu meinem Haus führt, ab. Er zeigte mit einer knappen Bewegung seines linken Arms auf einen kleinen Feldweg, brabbelte etwas von 5min Gehzeit, dass er weiter müsste, seine Waren abliefern, er mir alles Gute wünschen würde, verfluchte dann noch schnell eine Fliege, die ihn um die Nase flog und fuhr dann auch schon weiter. Ich konnte ihm grad noch ein schnelles Danke hinterher rufen, meine letzte Tasche vom Wagen ziehen und dann war er auch schon um die Kurve und ausser Sicht.

Ich glaube seine letzten Worte waren das meiste, das er in den verangenen drei Tagen zu mir sagte...

 

Nach einer kurzen Verweilzeit - man braucht ja doch einen Moment, um die Landschaft um sich herum zu erfassen - betrat ich dann den kleinen Weg. Es dauerte wirklich nicht lange, um zu meinem Haus zu gelangen. Seltsamer Weise führten insgesamt fünf Wege zum Haus. Das erinnerte mich gleich an die Sage von Rhom, der Stadt zu der alle Wege führen und nach der ich nun mein Haus benannte.

Sonst gab es erst einmal nicht viel am Gelände zu entdecken, zugegeben, es war auch schon recht dunkel. Das einzige, was mir sofort auffiel - weil ich beides so sehr mag - war die Unmenge an Rindenmulch und Sauerampfer auf dem Weg zum Haus. Dieser braune, weiche Weg, dessen Geruch sich mit dem des frischen, grünen Wiesenkrauts vermischte, mir entgegen strömte, als wolle er mich begrüßen und sagen Fühl Dich wohl! Fühl Dich zu Hause! Wir begrüßen Dich!

Für einen Moment klang es sogar so, als hätten sie es wirklich gesagt...

Rhom selbst, wie schon erwähnt, ist nicht besonders groß, dafür aber sehr geräumig und sauber! Ich hatte zunächst befürchtet alles erst einmal putzen zu müssen, aber das Haus glänzte wie ein neuer Schilling. Allerdings....ich weiß, es klingt verrückt...aber es war, als würde sich das Haus für mich putzen. Sah ich eben noch eine Staubschicht und holte einen Lappen, so war der Staub weg, sobald ich zurück kam. Aber vielleicht bilde ich mir den Staub hier und da auch nur ein, der schlechte Schlaf der letzten Nächte steckt mir wohl doch mehr in den Knochen, als ich dachte. Hoffentlich ist das Bett gleich bequem und ich shclaf endlich mal wieder mehr als vier Stunden. Naja, zumindest scheint Rhom mich nicht zu beobachten - denke ich zumindest - ein echter Fortschritt! ;D

Nun sitz ich also hier, in einem, in MEINEM sauberen Haus, mit einer Tasse Tee und trockenem Brot. Morgen werde ich wohl erst einmal meinen Vorrat aufstocken und den Garten betrachten.

Aber jetzt erst einmal: Gute Nacht!

2.5.08 22:14


Werbung


Dritter Tag

Wir sind umringt von Wäldern!

Es fühlt sich merkwürdig an, als würden hunderte von Augen uns beobachten. Ganz anders als bei uns daheim....irgendwas scheint hier vorsich zu gehen, ich weiß nur nicht was...

 

Vielleicht ist genau das das, wovon Frau Nettern sprach!?! Ich werde mich jedenfalls bemühen und meine Sinne schärfen und schaun, was das sein könnte! Allerdings geht das hier nicht besonders gut: der Wagen ruckelt noch immer ohne Ende, erst recht seitdem der Weg noch holpriger geworden ist - ist es überhaupt noch ein Weg? - und Herr Steting das Fluchen verschärft hat - seit kurzem weist er den Weg darauf hin, wie schädlich er doch für für die Achsen des Wagens wäre - und natürlich, nicht zu vergessen(!), diese Blicke aus dem Wald...

2.5.08 17:17


Zweiter Tag

Es ist so warm! Leider kann ich nicht viel mehr schreiben, denn ich benutze Dich die übrige Zeit als Fächer - ich hoffe Du verzeihst mir das - aber es ist kein Wind in Sicht, nicht einmal Fahrtwind -.-

 

Bauer Steting scheint die Hitze überhaupt nichts auszumachen. Das muss am Männer-Gen liegen - ich habe jedenfalls mal gehört, dass Männer genetisch gesehen mehr Hitze vertragen als Frauen, allerdings verstehe ich dann nicht so ganz, warum Vater in der Küche immer meint, er könne unmöglich kochen oder backen, weil die Hitze des Herdes ihm viel zu sehr zu schaffen machen würde...


Leider haben wir keine Zeit für eine Rast an einen der vielen Seen, die seit Stunden immer wieder entlang unseres Weges auftauchen. Die Füße im frischen, klarem Wasser kühlen wäre jetzt eine angenehme Abwechslung gewesen *seufz*.

 

 

Nachtrag:

Bauer Steting scheint doch bemerkt zu haben, dass ich ihn begleite! Er redet zwar noch immer nicht viel mit mir und zieht es lieber vor allein vor sich hin zu fluchen, aber nach der Mittagspause hat er mir wassergetränkte Tücher hinten auf den Wagen gelegt! Er meinte, seine Töchter würden sich diese immer um die Beine wickeln, wenn es auf der Fahrt zu heiß ist! Nun ist auch ein wenig Wind aufgekommen und so langsam beginnt mir die Fahrt Spaß zu machen! Mit meinen frischen Beinwickeln, dem Sonnenschirm (meine neuste und mit Abstand beste Erfindung!) und Dir in den Händen sieht die Welt doch gleich ganz anders aus!

Oh! In der Ferne sehe ich bereits die ersten Berge und auch die Landschaft wird hügeliger! Ich bin gespannt, was wohl hinter den nächsten Hügeln und Kurven liegen mag!

30.11.-1 00:00


Liebes Tagebuch!

Ich bin nun endlich auf dem Weg!

 

Das Wetter ist sonnig, der Weg holprig und der Karren unbequem, aber man soll sich ja nicht beschweren, wenn man schon günstig (kostenlos) mitgenommen wird, sagt Mutter immer.

Ich hoffe ich werde sie stolz machen, vorgenommen habe ich es mir jedenfalls und das ist das Wichtigste, sagt Vater immer.

Zwei Tage soll die Fahrt noch dauern. Also noch zwei Tage Geruckel, Gefluche (Bauer Steting scheint darin eine Art Berufung, vielleicht auch einen Weg mit der Natur zu sprechen, gefunden zu haben) und wechselhaftes Wetter. Zum Glück habe ich einen Schirm dabei! Unglaublich, wie vielfälltig man ihn einsetzen kann! Er schützt nicht nur vor Regen, sondern auch vor der Sonne! Ich denke das werde ich mir merken, das Osfaland soll ja doch recht sonnig sein, sagt Oma zumindest immer...

 

 

30.4.08 15:43





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung